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Sehenswertes und Wissenswertes

Sehenswertes Kapstadt

Zwischen Bergen und dem Ozean
In Kapstadt wandern Sie erst durch die Geschichte Südafrikas und dann durch den Sand am Atlantik

Der Tafelberg, der Ozean, all die Denkmäler und historischen Plätze - die vielen Attraktionen, die Kapstadt zu bieten hat, sind eigentlich zu viel für eine einzige Stadt. Kapstadt hat nicht nur eine bewegte Geschichte, von der viele Museen und Gebäude zeugen, sondern auch zauberhafte Strände am Fuße der Berge.

Den besten Überblick über die Stadt hat man vom Tafelberg aus. Die Aussicht von dort oben ist überwältigend, daher sollte man sich für einen Ausflug auf den Tafelberg mindestens einen halben Tag Zeit nehmen. Auch um schon mal von oben zu begutachten, was man sich später aus der Nähe anschauen will. Wieder unten angelangt, stehen Sie nämlich vor einer schweren Entscheidung: Wohin geht es jetzt zuerst? An den Strand? In eines der Cafés in den urbanen Subzentren wie dem Cape Quarter oder der Long Street? Oder lieber zur kulturellen Bildung ins Museum?

Von den Museen der Stadt sind vor allem diejenigen empfehlenswert, die von der Geschichte der Stadt erzählen. Das District Six Museum oder das Jewish Museum vermitteln einen interessanten Einblick in das Leben am Kap. Die Eintrittspreise sind generell günstig, sie liegen meistens bei etwa 20 Rand (ca. 1,80 Euro). Kunstliebhaber kommen vor allem auf ihre Kosten, wenn sie sich für Werke aus der Kolonialzeit interessieren. In unterschiedlichen Museen wie im Castle of Good Hope ist nicht nur die Kunst dieser Zeit, sondern mit ihr auch der Alltag vergangener Jahrhunderte am Kap ausgestellt. Auch holländische und flämische Meister finden Sie in Kapstadt. Schwieriger wird es für Freunde moderner und zeitgenössischer Kunst. Die einzige Adresse ist die South African National Gallery. Ein Besuch lohnt sich, obwohl die ständige Sammlung eher bescheiden ist: In gut gestalteten Wechselausstellungen sind immer zeitgenössische Arbeiten südafrikanischer Künstler zu sehen. Um einen guten Eindruck der lokalen Kunstszene zu bekommmen, empfiehlt es sich in jedem Fall, ein Blick in die Galerien der Stadt zu werfen.

Unbedingt besuchen sollten Sie auch einmal eines der Townships der Stadt - immerhin lebt die Hälfte der Kapstädter hier. Viele Anbieter organisieren Touren, bei denen Sie nicht vom klimatisierten Bus aus auf die Dächer von Bretterbaracken schauen, sondern mit den Menschen zusammensitzen und ins Gespräch kommen.

Cape Town Holocaust Centre/South African Jewish Museum

Seit gut eineinhalb Jahrhunderten prägen die aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt gekommenen jüdischen Einwanderer und deren Nachfahren Südafrikas Kultur, Wirtschaft und Politik. Daher bietet die Geschichte der jüdischen Südafrikaner auch einen beeindruckenden Einblick in die Historie des Landes selbst. Im South African Jewish Museum, das zu einem Teil in der ersten Synagoge Südafrikas von 1863 untergebracht ist, begegnen Sie außerdem herausragenden Zeitzeugen, die in Videodokumentationen von ihrem gemeinsamen Kampf gegen das Apartheidsregime mit Widerstandsorganisationen wie dem ANC erzählen. Die empfehlenswerte Ausstellung im Cape Town Holocaust Centre gegenüber behandelt die im Zweiten Weltkrieg begangenen Verbrechen. Zu sehen sind u.a. Bild- und Tonzeugnisse von Menschen, die den Holocaust überlebt haben. Vergessen Sie nicht, Ihren Ausweis mitzubringen! Sie werden beim Sicherheits-Check am Eingang danach gefragt. So-Do 8-17, Fr 10-14 Uhr | www.sajewishmuseum.co.za | 88 Hatfield Street | Central

Company Gardens

Der mitten in der Stadt gelegene Park ist die bezaubernde Oase, in der Touristen spazieren gehen und Kapstädter ihre Mittagspause auf der Wiese liegend verbringen. Die von mächtigen Eichen gesäumte Museumsmeile Government Avenue verläuft mitten hindurch. Hier finden sich viele der wichtigsten Museen Kapstadts und ein kleines, zwischen den Bäumen verstecktes Café (Gardens Tea Room | tgl. 8-17 Uhr | Tel. 4232919). Der Park wurde bereits zu Zeiten der holländischen Kolonialzeit als Obst- und Gemüsegarten angelegt. Später ließ Cecil Rhodes zu seinen eigenen Ehren eine Statue aufstellen. Und noch etwas erinnert an den König der Diamanten: Die im Park umherwieselnden Eichhörnchen sind in seinem Auftrag hier angesiedelt worden. Zwischen Orange und Wale St. | Central

Houses of Parliament

Das Parlamentsgebäude ist eines der geschichtsträchtigsten Bauwerke der Stadt. Hier wurden viele Gesetze verabschiedet, die die Basis der Apartheidspolitik bildeten. Hendrik Verwoerd, der „Architekt“ dieser Politik, wurde hier ermordet. Der Attentäter Dimitri Tsafendas sagte später aus, ein Bandwurm habe ihm den Mord befohlen. Dass Sie den amtierenden Präsidenten zu Gesicht bekommen, ist allerdings unwahrscheinlich. Obwohl das südafrikanische Parlament jeweils einige Monate im Jahr hier tagt, ist er nur selten in Kapstadt, denn er ist nicht Mitglied des Parlaments. Eine Führung durch die verwinkelten Flure macht Sie mit einer weiteren perfiden Idee der Apartheid vertraut: Weil die Rassen auch im Parlament getrennt bleiben sollten, wurde das Gebäude so konstruiert, dass jede Gruppe unter sich bleiben konnte - oder musste. Um an einer Führung teilzunehmen, müssen Sie sich drei Tage im Voraus anmelden und Ihren Pass mitbringen. Mo-Fr 9, 10, 11 und 12 Uhr | Tel. 4032201 | www.parliament.gov.za | Parliament St. | Central

Kloof street

Die Kloof Street und die angrenzenden Seitenstraßen sind vor allem tagsüber eines der Zentren der Kreativszene. In unmittelbarer Nachbarschaft hat E-TV, einer der landesweiten Fernsehsender, seinen Sitz, in den Cafés der Nachbarschaft verbringen manche Kapstädter ganze Nachmittage vor ihren Laptops. Und Besucher können sich in den trendigen Boutiquen und Plattenläden durch die Subkultur der Stadt stöbern, z.B. bei Mabu Vinyl (Mo-Fr 9-17, Sa 10-14 Uhr | Rheede Centre | 2 Rheede Street).

Long Street

Auf der Long Street kommt ganz Kapstadt zusammen. Hier verbringen sowohl Locals aller Hautfarben als auch Touristen ganze Tage und Nächte. Nachmittags sind die charmanten Cafés ein wunderbarer Ort, um das vorbeiziehende Long-Street-Volk zu beobachten. Nachts schiebt sich die Meute über die Bürgersteige von einer Bar in die nächste. Die Mischung der Long Street ist bunt: Fast-Food-Restaurants und schicke Boutiquehotels stehen in einer Reihe mit Läden, die afrikanisches Handwerk anbieten, und kleinen Hip-Hop-Bars, deren Tanzflächen kaum größer sind als eine Tischtennisplatte. Viele der Häuser sind typisch viktorianisch: Ihre Balkone überdachen die Bürgersteige und verwandeln diese mit ihren verspielten Stützpfeilern in romantische Säulengänge. Neben zahlreichen Cafés, Restaurants und Clubs gibt es hier eine Reihe netter Modegeschäfte mit Entwürfen südafrikanischer und internationaler Designer und ein paar der interessantesten Galerien der Stadt.

Rust en Vreugd

Das 1778 errichtete Gebäude wurde 1940 zum Kulturerbe erklärt, weil es das besterhaltene Beispiel für Kaparchitektur des späten 18. Jhs. ist. Die Fassade gestaltete der aus Deutschland stammende Bildhauer Anton Anreith. Die ausgestellten Werke sind Teile der William Fehr Collection, deren größerer Teil im Castle of Good Hope zu sehen ist. Sie stammen aus dem 16.-19. Jh. und dokumentieren Menschen und Geschehnisse am Kap. Der Garten wurde nach Entwürfen aus dem 18. Jh. Mitte der 1980er-Jahre wiederhergestellt. Di-Do 8.30-16.30 Uhr | www.iziko.org.za/rustvreugd | 78 Buitenkant St. | Central

South African Museum

Das älteste Museum im südlichen Afrika existiert bereits seit 1825. Es dokumentiert Natur und Kultur des Subkontinents in großer Ausführlichkeit. Hier sind u.a. ganze Höhlen mit ihrer Felsbemalung nachgebaut. Eine große Fossiliensammlung ist genauso Teil der Ausstellung wie ein 20 m langes Blauwalskelett. Angeschlossen ist außerdem ein Planetarium. Tgl. 10-17 Uhr | www.iziko.org.za/sam | 25 Queen Victoria St. | Central

South African National Gallery

Das Museum gehört zu den bekanntesten des Landes. Das verdankt es seiner Sammlung europäischer und afrikanischer Kunst der letzten Jahrhunderte und den Wechselausstellungen mit zeitgenössischer Kunst. Di bis So 10-17 Uhr | www.iziko.org.za/sang | Government Av. | Central

Tuynhuis

Von den Company Gardens aus hat man einen Blick auf das Tuynhuis, das 1700 als Unterkunft für Würdenträger der Vereenigden Oost-Indischen Compagnie (VOC) gebaut wurde. In den folgenden Jahrhunderten wurde es mehrmals umgebaut. In dem von Anton Anreith gestalteten Giebelfeld, das einem dreieckigen, durch zwei Figuren gehaltenen Tuch nachempfunden ist, ist das Emblem der VOC noch erhalten. Anreith hat sich noch an vielen weiteren Fassaden der Stadt verewigt. Heute dient das Tuynhuis als Residenz des südafrikanischen Präsidenten, wenn er in der Stadt ist. Kapstädter erzählen sich noch heute, wie Nelson Mandela während seiner Amtszeit immer wieder durch den Garten spaziert ist und mit erstaunten Touristen ein Schwätzchen durch die Latten des Gartenzauns gehalten hat. In der Regel nur von außen zu besichtigen, für Innenbesichtigungen im Tourismuscenter nachfragen | Government Av. | Central

Castle of Good Hope

Die fünfeckige Festung liegt mitten in der Stadt. Sie ist der älteste Kolonialbau Südafrikas. Zwischen 1666 und 1679 wurde sie von der „Vereenigde Oost-Indische Compagnie“ (VOC) nach europäischen Vorbildern erbaut. Bei einer der kostenlosen Führungen können Sie sich auch die Kerkerräume ansehen! Außerdem beherbergt sie eine Schmiedewerkstatt und verschiedene Museen. Empfehlenswert ist vor allem die William Fehr Collection. Sie umfasst Malerei, Möbel und Gebrauchsgegenstände von den Anfängen der Kolonialisierung Südafrikas bis zur Mitte des 19. Jhs. Darstellungen von Kapstadt und den hier lebenden Menschen vermitteln einen besonderen Eindruck der Kolonialzeit sowie der europäischen und asiatischen Einflüsse. Das Castle Military Museum bietet einen Überblick über die Militärgeschichte Kapstadts. Tgl. 9-16 Uhr, kostenlose Führungen Mo-Sa 11, 12 und 14 Uhr | Tel. 7871249 | www.iziko.org.za/castle | Ecke Buitenkant/Darling St. | Central

City Hall/grand Parade

Die 1905 im Stil der italienischen Renaissance erbaute City Hall beherbergt heute die Innenstadt-Bibliothek sowie eine Konzerthalle. Der Turm des Gebäudes ist eine Nachbildung des Big Ben. Auf dem Balkon der City Hall trat Mandela im Februar 1990 zum ersten Mal nach der Freilassung aus seinem Arrest in Paarl in den Wine Lands vor die Öffentlichkeit. Etwa 100000 Menschen hatten auf dem Platz vor der City Hall, der Grand Parade, stundenlang auf ihn gewartet. Die Grand Parade wird heute hauptsächlich als Park- und Marktplatz genutzt. Nur von außen oder bei Konzerten (siehe „Am Abend“) zu besichtigen | Darling St. | Central

District Six Museum

District Six ist der Name eines Stadtteils mit kaum zu fassender Geschichte (siehe „Stichworte“). Das Museum wurde in Zusammenarbeit mit ehemaligen Bewohnern des Stadtteils gestaltet, die persönliche Erinnerungsstücke zur Verfügung gestellt haben. In einer kleinen nachgebauten Wohnung lebt die Atmosphäre des Stadtteils wieder auf. In einem überdimensionalen Stadtplan haben sich die Bewohner an ihren früheren Adressen verewigt, und auf großen Tafeln ist die Zerstörung des Viertels dokumentiert. Auf Anfrage werden am Sonntagmorgen Gruppenführungen ab mindestens fünf Personen durch den Stadtteil angeboten (50 Rand/Person). Mo 9-14.30, Di-Sa 9-16 Uhr, So nur nach Anmeldung | Tel. 4667200 | www.districtsix.co.za | 25 Buitenkant St. | Central

Greenmarket Square

Jeder Tourist landet hier irgendwann. Denn es ist wirklich nett auf dem Greenmarket Square. Die Verkäufer sind immer zu einem Schwätzchen aufgelegt, ihre Waren kommen wie sie selbst vom ganzen Kontinent. Es gibt Schnitzereien, Schmuck, Recycling-Kunst und aus Draht gebaute Radios. Mo-Sa 9-16 Uhr | Greenmarket Square | Central

Groote Kerk

Das älteste Kirchengebäude Südafrikas wurde 1704 zum ersten Mal vollendet und bis 1836 zweimal erweitert und renoviert. Daher vermischen sich hier die architektonischen Stile. Der Turm ist Teil des Ursprungsbaus. Die auf den Schultern zweier Löwen ruhende Kanzel stammt aus dem Jahr 1798 und ist das Werk der Bildhauer Anton Anreith und Jan Graaf. Die zunächst naturgetreu bemalten Löwen machten der Gemeinde aber solche Angst, dass sie später nur noch einfarbig sein durften. Die Gruft von Groote Kerk kann mit einiger Prominenz aufwarten: Unter anderem liegt hier Simon van der Stel, der ab 1691 Gouverneur der Kapkolonie war. Mo-Fr 10-14 Uhr | Adderley St. | Zugang von Church Square | Central

The Old Slavelodge

In der 1679 erbauten Slavelodge wurden zeitweise über 500 Sklaven der VOC zusammengepfercht. Die Lodge ist das zweitälteste Kolonialgebäude der Stadt und wurde im Laufe der Jahrhunderte vielseitig genutzt: Nicht nur Sklaven und Prostituierte waren hier untergebracht, sondern ab dem 19. Jh. auch die Büroräumlichkeiten der Regierung und zeitweise der Oberste Gerichtshof. Heute ist die Slavelodge ein Museum. Zur ständigen Sammlung gehören Gegenstände aus der Antike, Keramiken, Spielzeug, Silber und Stoffe aus der Geschichte Südafrikas sowie einige Werke der Khoisan, der Ureinwohner des Landes. Außerdem werden Wechselausstellungen gezeigt: Hier stehen Menschenrechtsthemen und die internationale Geschichte der Sklaverei im Mittelpunkt. Mo-Fr 10-16.30, Sa 9-13 Uhr | www.iziko.org.za/slavelodge | 49 Adderley St. | Central

The Old Townhouse

Am Rand des Greenmarket Square steht das 1755 im Kap-Rokoko-Stil erbaute ehemalige Rathaus der Stadt. Nach einer Karriere als Stadtwache, Verwaltungs- und Gerichtsgebäude hat sich das Old Townhouse mittlerweile der Kunst verschrieben. Seit fast einem Jahrhundert ist es Heimat der weltbekannten Michaelis Collection, einer Sammlung holländischer und flämischer Meister des 17. Jhs. (Mo-Fr 9-17, Sa 9-16 Uhr | Eintritt frei). Der weiße Kreis auf dem Fußboden des Eingangsbereichs ist übrigens der offizielle Mittelpunkt der Stadt: Von hier aus werden alle Entfernungen gemessen. Ein Besuch des Cafés im bezaubernden Garten hinter dem Gebäude lohnt genauso wie ein Abend mit klassischem Konzert in den historischen Räumen. Informieren Sie sich über Termine vor Ort oder bei der Tourismus-Information. Greenmarket Square | Longmarket St. | Central

St George's Cathedral

Die zu Beginn des 20. Jhs. erbaute Kirche ist weniger für ihren neogotischen Baustil berühmt als vielmehr für ihre Geschichte: Erzbischof Desmond Tutu, Friedensnobelpreisträger und Vorsitzender der Wahrheitskommission, die die Verbrechen des Apartheidsregimes aufarbeitete, hämmerte am 7. September 1986 gegen die Türen der Kirche. Er wollte so seiner Forderung Nachdruck verleihen, erster schwarzer Erzbischof in der Geschichte Südafrikas zu werden. Drei Jahre später erfüllte sich sein Wunsch. Tutu bezeichnete diese Kirche als den Ort des Widerstands gegen die Apartheid. Und noch heute hält die von allen Südafrikanern verehrte Moralinstanz hier gelegentlich Gottesdienste ab. An manchen Abenden gibt das Kapstädter Symphonieorchester Konzerte (gute Akustik!). Tgl. 7.15-16.30 Uhr | Tel. 4247360 | www.stgeorgescathedral.com | 1 Wale St. | Central

St George's mall

Der Businessboulevard in der Innenstadt. Tagsüber eilt die Kapstädter Geschäftswelt von Termin zu Termin oder verbringt die Mittagspause in den Cafés und Snackbars. Nebenan bieten Straßenhändler traditionelles Kunsthandwerk an. Nach Geschäftsschluss leert sich die Fußgängerzone allerdings so schnell, dass man am Abend das Gefühl hat, im Zentrum einer Geisterstadt zu stehen.

Bo-Kaap

Das Viertel hat weniger den Charakter eines Stadtteils als den eines muslimischen Dorfs - mit verwinkelten Gassen, bunt angestrichenen Häuschen und elf Moscheen; eine davon ist die älteste ganz Südafrikas. In der Nachbarschaft leben hauptsächlich Kapmalaien, die meisten Familien seit vielen Generationen. 1834 siedelten sich im Bo-Kaap die ersten freigelassenen Sklaven an und bauten sich eine Existenz auf. Das Bo-Kaap Museum (Mo-Sa 9-16 Uhr | Eintritt 5 Rand | 71 Wale St.) zeigt die Geschichte dieses Viertels und seiner Menschen in beeindruckenden Bildern. Noch heute erinnert der Coon Carnival an die Zeit der Sklaverei: Weil die Sklaven an Neujahr arbeiten mussten, feierten sie den Start des neuen Jahres in den Tagen danach. Seitdem ziehen im Januar regelmäßig Bands durch die Stadt. Im Bo-Kaap wird der traditionelle Umzug am 3. Januar von Tausenden von Menschen empfangen, die sich bis zu seiner Ankunft mit den Leckereien der Imbissstände die Zeit vertreiben. Wer die Nachbarschaft besser kennen lernen will, sollte unbedingt eine Bo-Kaap Cooking Experience buchen! In einer kleinen Gruppe geht man erst beim Halaal-Metzger und im Gewürzladen einkaufen und kocht damit bei einer Familie zu Hause kapmalaiische Spezialitäten (Tel. 7902592 | www.andulela.com).

De Waterkant

Das Viertel De Waterkant wird in Kapstadt selbst Cape Quarter genannt. Es ist ein Stadtteil mit zauberhaftem Charme und das Herz der Schwulenszene. Von seiner Vergangenheit als Rotlichtviertel ist dem Stadtteil heute nichts mehr anzusehen. Das den Namen gebende Cape Quarter selbst umfasst einen gesamten Block und beherbergt einige der elegantesten Einrichtungs- und Designboutiquen und ein paar der hippsten Bars der Stadt. Außerdem gibt es hier viele Übernachtungsmöglichkeiten, elegante Guest Houses und kleine Hotels, besonders beliebt sind die historischen Cottages (siehe „Übernachten“). Man fühlt sich hier fast wie in einem Feriendorf.

Green Point

Bevor die Entscheidung fiel, das Fußball-WM-Stadion in Green Point zu errichten (übrigens unter der Federführung eines deutschen Architekturbüros, das auch schon die Stadien von Frankfurt, Köln und Berlin um- bzw. neu gebaut hat), gab es zwischen der Stadt und den Anwohnern heftigen Streit. Das Gebiet, auf dem das Stadion steht, war der Stadt 1923 vom englischen König George V. als Naherholungsgebiet überlassen worden. Für das neue Stadion mussten jetzt unter anderem ein Golfplatz und das alte Stadion weichen. Geblieben allerdings ist der Markt, für den hier jeden Sonntag Hunderte von Händlern ihre Stände aufbauen, um Gebrauchsgegenstände und Kunsthandwerkliches anzubieten (siehe „Einkaufen“), und die Main Road mit ihren vielen Restaurants und Boutiquen. Auch nach dem Ende der Weltmeisterschaft werden die Bauarbeiten nicht abgeschlossen sein. Dann soll ein Teil des hochmodernen Fußballtempels nämlich wieder zurückgebaut werden...

Noon Gun

Die Tradition des Kanonenschusses, der täglich außer sonntags und an Feiertagen um 12 Uhr mittags abgefeuert wird, geht zurück auf das Jahr 1806: Seitdem wird die Kanone, die hoch oberhalb des Bo-Kaap-Viertels steht, ab 11.30 Uhr mit über 3 kg Schießpulver geladen und um Punkt 12 Uhr abgefeuert. Früher diente der Böllerschuss als Zeitzeichen für die Kapitäne der vorbeifahrenden Schiffe, nach dem sie den Chronometer an Bord stellen konnten. Heute ist es eher das Signal für die Geschäftswelt, langsam darüber nachzudenken, wo man wohl die anstehende Mittagspause am schönsten verbringen könnte. Military Road | Signal Hill (ab Buitengracht St. ausgeschildert)

Robben Island

Die Insel vor der Table Bay ist das eindrucksvollste Zeichen für die Härte, mit der das Apartheidsregime gegen seine Gegner vorgegangen ist. Nelson Mandela verbrachte hier den Großteil seiner Haft, und noch heute ist seine Zelle eine Pilgerstätte für Touristen wie für Südafrikaner. Die Führungen auf der Insel, die 1999 zum Weltkulturerbe erklärt wurde, werden von ehemaligen Häftlingen geleitet, die durch ihre persönlichen Erinnerungen einen Eindruck vom Leben auf Robben Island vermitteln. Zu der knapp vierstündigen Tour gehört auch die Überfahrt auf der Fähre (je Strecke ca. 30 Min.). Weil die Touren sehr gefragt sind, empfiehlt es sich, frühzeitig zu buchen. Tgl. stdl. 9-15 Uhr, in der Hochsaison auch 17 Uhr | Tickets 150 Rand | Tel. 4134220 | www.robben-island.org.za | Victoria & Alfred Waterfront, Nelson Mandela Gateway am Clock Tower

Two Oceans Aquarium

Hier wandert man trockenen Fußes durch die schillernde Unterwasserwelt sowohl des Indischen Ozeans als auch des Atlantiks. Besucher mit Lust auf Nervenkitzel können in einem 2 Mio. l fassenden Becken mit einem etwa einstündigen Tauchgang mit Haien, Meeresschildkröten und Rochen auch auf Tuchfühlung gehen. Sie brauchen dafür allerdings einen Tauchschein. Die Familie kann dabei vom Besucherraum aus durch dicke Acrylscheiben zuschauen. Tgl. 9.30-18 Uhr | Eintritt 60 Rand, Tauchgang (inkl. Ausrüstung) 450 Rand | Tel. 4183823 | www.aquarium.co.za | Victoria & Alfred Waterfront | Dock Road

Victoria & Alfred Waterfront

Die Victoria & Alfred Waterfront ist eine der größten Touristenattraktionen der Stadt und auch für diejenigen einen Besuch wert, die um die größten Touristenattraktionen sonst am liebsten einen großen Bogen machen. Ihren Namen hat die V&A Waterfront von zwei Hafenbecken, die nach Victoria, der Königin von England, und ihrem Sohn Alfred benannt sind. Um die Becken herum wurde in den 1990er-Jahren ein immenses Vergnügungs- und Shoppingviertel errichtet. Hier stehen erstklassige Hotels, Edelboutiquen liegen neben Supermärkten und Department-Stores, feine Restaurants teilen sich die Terrasse mit der Niederlassung einer Fastfood-Kette und auf der Open-Air-Bühne finden Jazzfestivals, indische Tanzabende und Filmvorführungen statt. Gleichzeitig ist der Hafen noch in Betrieb, weswegen immer wieder Fischerboote ein- und auslaufen und gelegentlich Kreuzfahrtschiffe vor Anker gehen. Die Waterfront ist nicht nur bei Touristen beliebt, vor allem an den Wochenenden tummeln sich hier auch viele Kapstädter, die zuerst ihre Einkäufe erledigen und anschließend mit einem Eis in der Hand am Hafenbecken entlang spazieren oder den Abend in einem der Kinos ausklingen lassen.

Camps Bay

Wenn man den Stadtteil, der sich gegen die Bergketten der Zwölf Apostel lehnt, heute sieht, kann man kaum glauben, dass sich bis ins 20. Jh. hinein niemand hier niederlassen wollte. Die holländischen Gründungsväter waren von dem heute so beliebten Strand völlig unbeeindruckt. Sie hielten das Gebiet für unattraktiv, weil es zu weit vom Stadtkern entfernt liegt. Erst in der jüngeren Vergangenheit entwickelten sich Camps Bay und das benachbarte Clifton zum Hort von Schönheit und Reichtum: Immer mehr Villen und edle Hotels sind in den letzten Jahren hier entstanden, und inzwischen können sich nur noch eine kleine Kapstädter Minderheit und wohlhabende Ausländer ein Grundstück im Schatten der Berge leisten. Die Strandpromenade ist gesäumt von schicken Bars und Restaurants. Ein Stadtmagazin hat den weiten, weißen Strand einmal „Côte de Camps Bay“ genannt. Hier finden Sie auch die beste Eisdiele der Stadt. Im ersten Stock des Promenade Centre versteckt sich Sinnfull Ice Cream Emporium - die Eissorten sind so außergewöhnlich wie lecker (tgl. 10 bis 23.30 Uhr | Shop No. 5, Promenade Centre | Victoria Road).

Clifton I-IV

Die Strände von Clifton sind in vier Abschnitte unterteilt, die teilweise durch ins Meer ragende Felsen voneinander abgegrenzt sind. Ans Wasser gelangt nur, wer seinen Wagen auf der Hauptstraße zwischen der Innenstadt und Camps Bay parkt (einen Parkplatz zu finden, kann allerdings vor allem an Wochenenden zu einer nervenaufreibenden Mission werden) und eine der Treppen nach unten steigt. Was die Clifton-Strände so einzigartig macht, ist die Lage: Eingebettet zwischen meerstöckigen Gebäuden und Felsen ist es hier meistens ein bisschen windstiller als an den anderen Stränden.

Devil's Peak

Der knapp über 1000 m hohe Berg begrenzt den Tafelberg zu der von der Innenstadt aus gesehen linken Seite des Bergmassivs. Die schönsten Blicke auf seinen Gipfel hat man vom Park um das Rhodes Memorial aus. Von hier aus führen auch Wanderwege am Berg entlang.

Groot Constantia

Die Weinfarm im Constantia-Tal ist das älteste Weingut Südafrikas und das einzige mit angeschlossenem Museum zur Geschichte des Kaps im Allgemeinen und dem Weinanbau im Speziellen. Es werden auch Führungen durch den Weinkeller angeboten. Die Farm wurde 1685 vom späteren Gouverneur am Kap, Simon van der Stel, gegründet. Sein mit kostbaren Möbeln, Gemälden und Porzeallan ausgestattetes Wohnhaus ist noch immer so gut erhalten, dass man das Gefühl hat, im nächsten Moment könnte der Hausherr um die Ecke biegen, um die Gäste höflich zu bitten, sein Wohnzimmer zu verlassen.

Gleich daneben findet man eines der beiden Restaurants der Farm: Im Jonkershuis (Tel. 7946255 | €€) wird traditionelle Küche zubereitet, z.B. der Malay Platter, eine Zusammenstellung kapmalaiischer Köstlichkeiten. Genießen Sie die Aussicht: Von hier aus können Sie sehen, wo die Kapfläche am Horizont in den Ozean fließt. Sonntags findet auf Groot Constantia bei gutem Wetter ein kleiner Antikmarkt statt, auf dem Sie Schmuck und alte Bücher erstehen können (10-16 Uhr). Charmante, kleinere Weingüter wie Buitenverwachting, Constantia Uitsig, Klein Constantia und das elegante Steenberg liegen in unmittelbarer Nachbarschaft. Tgl. 10-17 Uhr | Tel. 7945128 | Die Weinfarm befindet sich in Zentrumsnähe; fahren Sie über die M3 und M41 (Ausfahrt: Constantia) und biegen Sie nach ca. 1 km nach links zur Weinfarm ab.

Kirstenbosch national Botanical Gardens

Der Park, nur etwa 5 km vom Stadtzentrum entfernt, ist eines der Schmuckstücke Kapstadts. Entworfen im Jahr 1895, zählt er heute zu den schönsten Parkanlagen der Welt. Die Artenvielfalt ist überwältigend: Über ein Drittel der 22000 in Südafrika vorkommenden Pflanzen wachsen in Kirstenbosch. Zwischen Dezember und April finden auf der Openairbühne die von den Kapstädtern geliebten Sommerkonzerte statt. Vor traumhafter Bergkulisse verbringt man den Abend auf einer Wiese bei Picknick und Wein und hört den Größen der südafrikanischen Musikszene zu. Sept.-Mai tgl. 8-19, Juni-Aug. tgl. 8-18 Uhr | Eintritt 27 Rand | Rhodes Drive | Newlands

Lion's Head und Signal Hill

Der Lion's Head ist ein besonders guter Ort, um der Sonne beim Versinken im Atlantik zuzusehen. Von der M 62 geht eine Straße in Richtung Signal Hill ab. Nach 300 m finden Sie einen Wanderweg, der auf den Lion's Head führt. Die gesamte Tour dauert etwa zweieinhalb Stunden. Sollte unterwegs etwas passieren, erreichen Sie unter Tel. 9574700 den Control Room am Fuße des Lion's Head. Wem der Fußmarsch zu anstrengend ist, der fährt einfach im Auto weiter bis zum Signal Hill und genießt auch von dort einen traumhaften Blick über das Meer zur einen und die Stadt zur anderen Seite. Unterhalb des Gipfels des Lion's Head starten Paraglider zu Flügen über Camps Bay und das Meer. Ein Tandemsprung mit einem erfahrenen Piloten ist ein unvergessliches Erlebnis (z.B. Para-Taxi | Tel. 082/9662047 | www.para-taxi.com). | Kloof Nek Road | auf der M 62 zwischen Camps Bay und Innenstadt ausgeschildert

Observatory

Das Studentenviertel gilt als die „Ferienresidenz“ der internationalen Backpackerszene. Zentrum von „Obs“ ist die Lower Main Road mit ihren Cafés, Bars und Geschäften der Alternativszene. Die Stimmung hier beschrieb der südafrikanische Comedystar Kurt Schoonraad, der selbst in der Nachbarschaft wohnt, so: „Wenn man hier jemanden auf der Straße fragt, wie spät es ist, wird er darauf antworten: Keine Ahnung, vielleicht Winter?“ Tagsüber kann man in einem der netten Straßencafés einen Kaffee trinken, z.B. bei Mimi (tgl. | 107 Lower Main Road), und abends in den Kneipen Billard spielen oder tanzen. Einmal im Jahr findet hier das „Obs-Fest“ statt: Am ersten Wochenende im Dezember bauen sämtliche Kneipen und Cafés ihre Tische und Stühle auf der Straße auf. Von einer großen Bühne aus beschallen die Größen der Kapstädter und Johannesburger Musikszene die Straße.

Rhodes Memorial

Das einem griechischen Tempel nachempfundene Monument, oberhalb der Universität von Kapstadt gelegen, wurde zu Ehren von Cecil Rhodes erbaut, der 1870 als 17-jähriger, verarmter Jugendlicher in Kapstadt ankam und 1902 als Millionär starb. Sein Vermögen machte er mit den Diamantvorräten von Kimberley. Rhodes war ein größenwahnsinniger Politiker, der das Land Rhodesien (das heutige Simbabwe) gründete und für sein eigenes Denkmal Granit aus dem Tafelbergmassiv brechen ließ. Von hier oben hat man einen traumhaften Ausblick über die Ebene zwischen der Innenstadt und der False Bay, und an einem sonnigen Nachmittag ist das Café nebenan ein zauberhafter Ort für eine Tasse Tee und ein Stück Kuchen (tgl.). Rhodes Drive | Newlands | Groote Schuur Estate (von der M 3 stadtauswärts ausgeschildert)

Sandy Bay

Etwas abseits liegt der Strand von Sandy Bay. Gerade an den Wochenenden der Hochsaison findet man hier noch die Ruhe, die an den anderen Stränden im Trubel untergeht. Nach Sandy Bay gelangen Sie, wenn Sie der Hauptstraße, die durch Camps Bay führt, immer weiter folgen und rechts nach Llandudno abfahren. Dort angekommen, folgt ein etwa 20-minütiger Fußmarsch auf einem kleinen Trampelpfad, bis Sie den Strand unterhalb des Berges Little Lion's Head erreichen (der Weg ist ausgeschildert). Wenn Sie, endlich angelangt, feststellen, dass Sie Ihre Badehose vergessen haben: Das macht hier gar nichts. Sie werden nicht der Einzige ohne Stoff am Körper sein; Sandy Bay ist nämlich das inoffizielle FKK-Paradies Kapstadts.

Sea Point

Sea Point liegt direkt am Meer und ist trotzdem einigermaßen bodenständig. An der Strandpromenade reihen sich die Apartment-Hochhäuser aneinander, und durch die Main Road fahren tagsüber hupende Mini-Taxis auf ihren Pendeltouren zwischen Camps Bay und der Innenstadt. In den Restaurants und Imbissbuden entlang der Main Road kann man um die ganze Welt speisen. Und an manchen der Geschäfte erkennt man, dass Sea Point stark jüdisch geprägt ist. Weil das Ufer hier steinig ist, hat Sea Point keinen Strand, dafür aber eine breite Promenade, die abends von bunten Lichterketten beleuchtet wird. Sonntags flaniert hier der ganze Stadtteil. Die Strandpromenade gehört zu den beliebtesten Joggingstrecken der Stadt. Weil der relativ breite Weg zwischen Meer und Grünstreifen auch gut befahrbar ist, teilen sich die Läufer die Strecke vor allem am Wochenende mit etlichen Inlineskatern. Wem der Ozean zum Schwimmen zu kalt ist, der kann hier trotzdem in Salzwasser baden: Am Ende der Promenade gibt es den einzigen Meerwasserpool Kapstadts (tgl. 7-19 Uhr | Eintritt 9 Rand | Tel. 4343341 | Beach Road).

Tafelberg

Viele Wege führen auf den Tafelberg, genauer gesagt: etwa 500. Der bequemste ist die Fahrt mit der Seilbahn von Kloof Nek aus. Darüber hinaus gibt es unterschiedliche Wander- und Kletterrouten auf den Berg. Eine Wanderkarte bekommen Sie u.a. im Info-Center im Clocktower der Waterfront oder im Botanischen Garten in Kirstenbosch. Von Kirstenbosch aus startet auch die schönste Strecke auf den Berg. Je nach Kondition braucht man für den Aufstieg 2-3 Stunden: Meistens schattig führt die Route von Skeleton Gorge über Smuts Track zum Maclears Beacon. Vorsicht jedoch bei Regen: Der steinige Weg, der an einigen Stellen auch über Holzleitern führt, kann dann rutschig werden. In der Nähe der Seilbahn führt ein weiterer Weg über die Platteklip Gorge - eine schmale Schlucht, die steil und deshalb sehr zügig nach oben führt. Packen Sie dringend eine Wanderkarte, genügend Wasser, feste Schuhe, Sonnencreme, etwas zu essen sowie warme, wasser- und windfeste Kleidung ein. Oben wird es schnell frisch, vor allem, wenn unvermittelt Wolken aufziehen. Achten Sie bitte außerdem darauf, dass Ihr Handyakku noch ausreichend geladen ist, damit Sie im Notfall die Nummer der Mountain Rescue (Tel. 9489900) oder der Kirstenbosch Security wählen können.

Auf dem Tafelberg angekommen, erwartet Sie ein atemberaubender Blick in alle Himmelsrichtungen und über alle um den Berg verteilten Stadtviertel. Außerdem haben Sie vielleicht das Glück, einige wild lebende Tiere zu beobachten. Die Meerschweinchen ähnelnden Dassies laufen Ihnen schon direkt an der Seilbahnstation über die Füße. Scheuer sind die Bergziegen, Steinböcke und Paviane. Vor allem, wenn Sie mit der Seilbahn hochgefahren sind, lohnt sich eine Wanderung auf einer der angelegten Strecken. Erkundigen Sie sich vor Ort nach der für Sie passenden. Je nach Jahreszeit und Wetterlage startet die erste Bahn zwischen 7.30 und 8.30 Uhr, die letzte kommt zwischen 18 und 22 Uhr zurück (Hin- und Rückfahrt 120 Rand | Tel. 4248181 | www.tablemountain.net). | Table Mountain Road

Townships

Außerhalb des Zentrums von Kapstadt gibt es sieben offizielle Townships und viele weitere informelle Siedlungen. Man hört häufig den Begriff Cape Flats, der so gut wie gleichrangig zu Townships gebraucht wird, weil viele von ihnen in der flachen, sandigen Fläche zwischen dem Tafelberg und der False Bay liegen. Die Townships in Kapstadt heißen unter anderem Guguletu, Khayelitsha (mit offiziell 300000 Bewohnern das zweitgrößte Township Südafrikas) und Langa (das älteste). Die Lebensverhältnisse unterscheiden sich sehr stark: Viele Menschen wohnen in einfachen Häusern mit Wasseranschluss und Strom, andere leben in Blechhütten und Bretterverschlägen ohne fließendes Wasser. Weil die Bevölkerung in den letzten Jahren schneller gewachsen ist, als die Stadt Infrastrukturen aufbauen konnte, wohnen in vielen Häusern, in denen früher zwei Familien untergebracht waren, heute acht. Fieberhaft arbeitet die Stadtverwaltung deshalb daran, genug Wohnraum in den Townships zur Verfügung zu stellen. Wer sich ein authentisches und eindrucksvolles Bild vom Leben in Townships wie Guguletu oder Khayelitsha machen möchte, sollte sich einer der Touren anschließen, die Agenturen wie Bonani Tours (Tel. 5314291 | ourpride@mweb.co.za) anbieten: Sie besuchen in einer kleinen Gruppe Schulen, afrikanische Naturheiler, Townshipkneipen und kommen vor Ort mit Menschen ins Gespräch. Touren in die Townships sind aus zweierlei Hinsicht empfehlenswert: Zum einen kommen Sie auf diese Weise in Kontakt mit Kapstädtern, die Sie an den Stränden und in den Straßen der Innenstadt nicht treffen werden. Zum anderen bekommen die Menschen in den Townships einen Teil der Einnahmen und profitieren damit vom Tourismus, der sonst an ihnen komplett vorüberziehen würde.

Transplant museum

Im Krankenhaus Groote Schuur, dem imposanten, über Observatory thronenden Bau, der nachts in bunten Farben angestrahlt wird, verpflanzte Professor Christiaan Barnard 1967 das erste menschliche Herz. Sein Patient überlebte damals zwar nur 18 Tage, aber noch heute wird im Transplantationsmuseum das Herz ausgestellt, das damals seinen Träger wechselte. In demselben Raum, in dem Professor Barnard die Operation vornahm, ist das Operationsszenario realistisch nachgestellt. Außerdem finden Sie im Museum das weltweite Presse-Echo auf die medizinische Pioniertat, Barnards Fanpost und weitere interessante Zeitdokumente. Mo-Fr 9-14 Uhr, an Feiertagen geschl. | www.gsh.co.za | Main Road | Observatory (Old Main Building, Groote Schuur Hospital)

Twelve Apostles

Der Gebirgszug der Zwölf Apostel erstreckt sich vom Tafelberg in Richtung Süden. In den unwegsamen Bergen kann man zwar nicht wandern, dafür ist es umso schöner, an den Stränden entlang der Apostel zu liegen und mit dem Meeresrauschen im Rücken den Blick auf die Berggipfel zu genießen.

Entnommen der Süddeutschen Zeitung